transmediale.06 REALITY ADDICTS Berlin, 3. - 7. Februar 2006
Akademie der KuensteBerlin, Hanseatenweg 10
Ausstellung SMILE MACHINES
1. Ausstellung SMILE MACHINES
2. Reflecting Art
3. Media Critique
4. Black Humour
5. Machines
6. Weitere Arbeiten
7. Katalog , Oeffnungszeiten, Eintrittspreise
1. Ausstellung SMILE MACHINES
Nutzlose Systeme, auf menschliche Hilfe angewiesene Roboter, kuenstlicheIntelligenzen, die nichts als Fehlfunktionen hervorrufen, und Apparate, diescheinbar unsinnige Diskurse produzieren: Die Schoenheit des Paradoxen machtden technischen Defekt zur Kunst. In der Ausstellung SMILE MACHINES zeigt dietransmediale.06 rund 30 kuenstlerische Arbeiten, die mit freundlicher Ironieoder schwarzem Humor, mit Uebertreibung oder technischem Versagen die Realitaetunserer von Technologien gepraegten Zeit unterlaufen.
Die franzoesische Medienkunst-Wissenschaftlerin Anne-Marie Duguet hat alsKuratorin der Ausstellung das kritische Potenzial des Humors inunterschiedlichen kuenstlerischen Strategien untersucht. Hierbei geht es um dieAuseinandersetzung mit dem Kunstsystem ebenso wie um Reflexionen ueberTechnologie und Gesellschaft.
2. Reflecting Art
Waehrend die Arbeiten von Nam June Paik ('The Thinker') und Les Levine ('I Am anArtist') ironisch die Rolle und das Selbstverstaendnis des Kuenstlersreflektieren, bezieht sich Michael Snows Video-Installation auf den Kontext, indem das Kunstwerk praesentiert wird. 'That/Cela/Dat' zeigt simultan auf dreiMonitoren jeweils ein Wort in den Sprachen Englisch, Franzoesisch undNiederlaendisch. Mit trockenem Humor thematisiert Snow in dieser Arbeit dieRolle von Sprache und Bild in der Kunst.
Nam June Paik (us/kr), 'The Thinker - TV Rodin' (1976)Les Levine (us), 'I Am an Artist' (1975)Michael Snow (ca), 'That/Cela/Dat' (2000)
3. Media Critique
Antoni Muntadas Installation 'Slogans' dekonstruiert Werbebotschaften undentlarvt ihre Tautologie als Strategie der Macht, waehrend sich bei RobertFillious Video 'And so on, End so soon: Done 3 Times' durch die variierteWiederholung das subversive Element aufzeigt. Eine subversive Strategie setztauch die amerikanische Kuenstlerin Dara Birnbaum fuer ihr Video 'Wonder Woman'ein: Szenen der gleichnamigen TV-Serie aus den spaeten Siebzigern werden durchdie bewusste Wiederholung der Bilder zur eigenen Parodie.
Christian Moellers Video-Installation 'Cheese' ist ein zynischer Beitrag zurMedienkritik: Sechs Schauspielerinnen wurden gebeten, vor der Kamera so langewie moeglich ein Laecheln aufzusetzen, das von einem Emotionserkennungssystembeobachtet wurde. Ein Abfall an 'Froehlichkeit' loeste Alarm aus, der zu mehr 'Ernsthaftigkeit' gegenueber der Aufgabe aufrief.
Antoni Muntadas (es/us), 'Slogans' )Robert Filliou (fr), 'And So On, End So On: Done 3 Times' (1977) Dara Birnbaum (us), 'Wonder Woman' ) Christian Moeller (de/us), 'Cheese' (2003) http://www.christian-moeller.com/
4. Black Humour
Schwarzer Humor ist in SMILE MACHINES vor allem Frauensache: In EvaMeyer-Kellers Video-Serie 'Death is Certain' werden Kirschen gefoltert,gevierteilt, vergiftet und auf weitere, boes einfallsreiche Weise verunstaltet.Tamy Ben-Tors Video-Reihe 'Hitler, The Horror and The Hurrah' istDokumentarfilm, Parodie und Musikrevue der besonderen Art fuer den 'innerenHitler' in jedem von uns.
Maja Bajevics Video 'Back in Black' zeigt maskierte Menschen, die verstoerende,zynische Witze ueber die Kriegszeit in Sarajewo machen. Der Schwarze Humordient hier nicht nur als Katharsis, sondern auch als Moeglichkeit, dasUnaussprechliche auszudruecken.
Eva Meyer-Keller (de), 'Death is Certain' (2004) http://www.evamk.de/ Tamy Ben-Tor (is/us), 'Hitler ? The Horror and The Hurrah' (2003) series, 3Teile: 'The Hitler Sisters', 'My Name is Adolf Hitler', 'Women Talk About AdolfHitler' Maja Bajevic (fr/bih), 'Back in Black' (2003) http://www.channel-0.org/bajevic.php
5. Machines
Zwei Roboter als sinnentleerte und pervertierte Karikaturen ihrer Gattung werdendie Besucher der Ausstellung belaestigen: Simon Pennys 'Petit Mal' ist als eineneugierige 'Persoenlichkeit' programmiert, die eben auch ein QuantumUnvorhersehbarkeit enthaelt. Der 'Helpless Robot' von Norman White dagegenscheint Mitleid erregend, denn er kann nichts - ausser um Hilfe zu bitten. Sodreht die vermeintlich hilflose Maschine den Spiess um und macht den Menschenzu ihrem Diener.
Als Goethes Zauberlehrling schliesslich wird man sich in Perry HobermansInstallation 'Faraday's Garden' fuehlen: Auf das Geraeusch von sich naeherndenSchritten warten dort Haushaltsgeraete und Bueromaschinen, um einen Ohrenbetaeubenden Aufstand zu veranstalten.
Simon Penny (au/us), 'Petit Mal' )http://www.ace.uci.edu/penny/works/petitmal/petitcode.html
Norman White (ca), 'Helpless Robot' ) http://www.normill.ca/
Perry Hoberman (us), 'Faradays Garden' ) http://www.perryhoberman.com/
6. Weitere Arbeiten u.a.:
Jean-Christophe Averty (fr), Ausschnitte aus 'Les Raisins Verts' (1963) und 'UbuRoi' (1965) Paul DeMarinis (us), 'Grind Snaxe Blind Apes (A Study for Pomeroy's Tomb)'(1997) http://www.well.com/-demarini/ Robert Filliou (fr), 'this flag is meant to straddle national border lines'(1974) Jean-Pierre Gauthier (ca), 'Remue-Menage' )George Maciunas (us), 'Flux Smile Machine' (1971) Valerie Pavia (fr), 'C?est bien la societe' (2000) Jim Pomeroy (us), 'Apollo Jest' (1979) u.a.UBERMORGEN.COM (ch/at), 'G3 ? Bureaucrazy' William Wegman (us), Selected Works )The Yes Men (us), 'Dow does the right thing' )
transmediale.06REALITY ADDICTS festival for art and digital culture berlin
http://www.transmediale.de/