Luzern, 24. November 2006
2. European Futurists Conference Lucerne
Medien-Release
European Futurists Conference Lucerne auf der Suche nach den Prioritäten für eine bessere Welt Lohnen sich die Investitionen in den Klimaschutz?
Die „unbequeme Wahrheit" ist: Ein Dollar, investiert in den Kampf gegen den Klimawandel, generiert einen 40 mal kleineren Effekt für eine bessere Welt, als ein Dollar, der gegen die Verbreitung von HIV/AIDS eingesetzt wird. Diese Berechnung stellte der dänische Professor Bjorn Lomborg am Freitag an der European Futurists Conference Lucerne vor.
Mit dem Vortrag von Bjorn Lomborg ging die zweite European Futurists Conference Lucerne zu Ende. Lomborg, der vom Time Magazine zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt gekürt wurde, warnte davor, sich nur mit dem Klimawandel zu beschäftigen. „Wir brauchen Szenarien darüber, wie sich AIDS, Wassermangel oder Kriege auf das 22. Jahrhundert auswirken werden. Lomborg appellierte an die Zukunftsforscher, sich aktiv an der Erstellung der Prioritätenliste zu beteiligen. Dabei stimmte er auch Matthias Horx zu, der die Gilde der die Zukunftsforscher aufforderte, zu inspirieren und konstruktiv zu provozieren.
Auf den aktuellen Dokumentarfilm des ehemaligen amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore („The Unconvenient Truth", dt. „Die unbequeme Wahrheit") anspielend, sagte Lomborg: „Die wirklich unbequeme Wahrheit ist, dass der Kampf gegen den Klimawandel durch das Kyoto Protokoll weniger als einen Dollar sozialen Wert aus einem investierten Dollar generiert.". Ganz anders, wenn das Geld in die Bekämpfung von HIV/AIDS, gegen Mangelernährung, gegen Malaria und für eine Handelsliberalisierung investiert würde. „Jeder investierte Dollar gegen HIV/AIDS generiert vierzig Dollar an sozialem Wert", so Lomborg an der wichtigsten unabhängigen Zukunftskonferenz Europas in Luzern.
Lomborg ist Initiator des Copenhagen-Consensus: Vor zwei Jahren versammelte er Wirtschaftswissenschaftler, darunter drei Nobelpreisträger, mit der Frage: Wenn wir 50 Milliarden Dollar für die Verbesserung der Welt zur Verfügung hätten, wo sollte investiert werden, damit es am meisten Wirkung erzielt?" Der Copenhagen-Consensus kam mit folgenden Prioritäten hervor: Mehr als die Hälfte (27 Milliarden Dollar) sollten in den Kampf gegen AIDS investiert werden. Innerhalb von sechs Jahren könnten 28 Millionen Leben gerettet werden. Zudem würden daraus zahlreiche positive Nebeneffekte entstehen, wie zum Beispiel eine erhöhte Produktivität. An die zweite Stelle der globalen Prioritätenliste stellte der Copenhagen-Consensus Investitionen zur Verbesserung der Ernährungssituation: Kostengünstige Nahrungsergänzungen, welche die weitverbreiteten Defizite an Eisen, Jod, Zink oder Vitamin A beheben könnten. An dritter Stelle folgten weitere Handelsliberalisierungen und an vierter Stelle die Verteilung von chemisch-behandelten Mosquito-Netze zur Bekämpfung der Malaria.
Im Juni sind an der Georgetown University in Washington DC die Uno-Botschafter ausgewählter Länder wie den USA, China und Indien zusammen gekommen und haben eine eigene Prioritätenliste erstellt - und kommen zu ganz ähnlichen Ergebnissen wie die Wirtschaftsnobelpreisträger: Oberste Priorität sollten die Gesundheit, Wasser, Erziehung und Hunger in der Welt geniessen. Die Uno-Botschafter erklärten auch explizit, was nicht auf der Prioritätenliste fungieren sollte: Finanzielle Instabilität und Klimawandel. Lomborg sieht sich bestätigt: „Das Projekt der Uno-Botschafter ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer Prioritätenliste der globalen Entscheidungsträger".
Zweieinhalb Tage für die Zukunft
Nach zweieinhalb Tagen ging am Freitag Mittag die 2. European Futurists Conference Lucerne zu Ende. 210 Zukunftsexperten aus Wissenschaft, Forschung und Industrie diskutierten neue Erkenntnisse und Methoden der Zukunftsforschung. Im Mittelpunkt der Vorträge, Workshops und Diskussionsrunden ging es um die adäquate Umsetzung von Zukunftsforschung in der Strategieentwicklung und Planung von Unternehmungen und Regierungen. An diese wichtigste unabhängige Zukunftskonferenz Europas sind Teilnehmende aus 21 Ländern, darunter auch aus Afrika, Asien und den USA nach Luzern gereist. Der Gründer und Direktor der European Futurists Conference Lucerne, Georges T. Roos, war sehr zufrieden: „Auch europäische Firmen erkennen Immer mehr, dass eine systematische Zukunftsforschung zu besseren Ergebnissen führt". In den USA, dem Mutterland der Zukunftsforschung, und in Asien stellen sowohl Regierungen als auch Unternehmungen bereits heute intensiv ihre Entscheidungen auf Ergebnisse der Zukunftsforschung ab. Europa holt nach Einschätzung von Roos nun aber auf. Die European Futurists Conference Lucerne wurde ins Leben gerufen, um der US-amerikanisch dominierten Zukunftsforschung eine europäische Perspektive zur Seite zu stellen. Ein internationaler Beirat aus den renommiertesten Zukunftsforschern Europas aus Wissenschaft und Praxis wacht über die inhaltliche Qualität der Konferenz. Getragen wird sie von einem in Luzern domizilierten, unabhängigen Verein. 2007 wird in Luzern die 3. European Futurists Conference Lucerne stattfinden.
Das genaue Datum steht noch nicht fest.
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